Kommunale Wärmeplanung: In diesen Städten hat das Gasnetz kaum noch eine Zukunft
Die Wärmeplanung ist da – und sie zeigt, wohin die Reise geht
Für alle deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern ist ein wichtiger Meilenstein erreicht: Die kommunale Wärmeplanung musste bis Ende Juni 2026 abgeschlossen werden. Darin legen Städte fest, wie Gebäude künftig klimafreundlich beheizt werden sollen und welche Energieträger langfristig eine Zukunft haben.
Für Eigentümer sind diese Pläne besonders wichtig. Sie geben erstmals einen konkreten Ausblick darauf, ob sich Investitionen in eine neue Gasheizung überhaupt noch lohnen oder ob künftig andere Heizsysteme sinnvoller sind. Kleinere Städte und Gemeinden haben für ihre Wärmeplanung noch bis Mitte 2028 Zeit.
Gas bleibt nicht überall bestehen
Ein Blick auf die veröffentlichten Wärmepläne zeigt ein klares Bild: Die meisten Städte rechnen langfristig nicht mehr mit einer flächendeckenden Gasversorgung für private Haushalte.
Stattdessen setzen viele Kommunen auf einen Mix aus Fernwärme, Wärmepumpen und anderen dezentralen Heizsystemen. Besonders in dicht bebauten Stadtgebieten soll Fernwärme eine zentrale Rolle übernehmen. In Einfamilienhausgebieten oder ländlicheren Bereichen werden dagegen häufig Wärmepumpen oder Pelletheizungen als langfristige Lösung gesehen.
Ein kompletter Erhalt der bisherigen Gasnetze ist derzeit praktisch in keiner Großstadt vorgesehen.
Wasserstoff spielt meist nur eine Nebenrolle
Immer wieder wird Wasserstoff als mögliche Alternative zur klassischen Gasheizung diskutiert. Die kommunalen Wärmepläne zeigen jedoch, dass die meisten Städte Wasserstoff nicht für die flächendeckende Beheizung von Wohnhäusern einplanen.
Einige Kommunen möchten bestehende Gasleitungen teilweise auf Wasserstoff oder Biomethan umstellen. Dazu gehören unter anderem Chemnitz, Essen, Dresden, Münster, Fürth oder Paderborn. In vielen Fällen sollen diese Netze allerdings vor allem Industrieunternehmen oder große Gewerbebetriebe versorgen.
Für private Wohngebäude spielt Wasserstoff nach aktuellem Stand nur in wenigen Städten überhaupt eine größere Rolle.
Diese Städte planen bereits den Rückbau ihrer Gasnetze
Mehrere Großstädte gehen noch einen Schritt weiter und bereiten sich bereits auf eine schrittweise Stilllegung einzelner Gasnetze vor.
Zu den Städten, die entsprechende Konzepte entwickeln oder bereits angekündigt haben, gehören unter anderem:
- Berlin
- Stuttgart
- Düsseldorf
- Oldenburg
- Bremerhaven
- Jena
- Gütersloh
- Remscheid
- Ulm
Das bedeutet allerdings nicht, dass das Gasnetz morgen abgeschaltet wird. Bevor Leitungen stillgelegt werden können, müssen zunächst die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Außerdem erfolgt ein Rückbau nur schrittweise und abhängig von der jeweiligen Wärmeplanung.
Was Eigentümer jetzt tun sollten
Wer in den nächsten Jahren eine neue Heizung plant, sollte sich nicht nur an bundesweiten Gesetzen orientieren, sondern vor allem die Wärmeplanung der eigenen Stadt prüfen.
Dabei helfen unter anderem folgende Fragen:
- Ist mein Gebäude künftig für Fernwärme vorgesehen?
- Bleibt das Gasnetz in meinem Stadtteil langfristig bestehen?
- Wird ein Umstieg auf Wärmepumpe empfohlen?
- Gibt es geplante Änderungen in meiner Nachbarschaft?
Diese Informationen können erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit einer neuen Heizungsanlage haben. Eine Heizung wird schließlich meist für 20 bis 30 Jahre angeschafft. Deshalb lohnt es sich, nicht nur die heutigen Vorschriften zu betrachten, sondern auch die langfristigen Pläne der eigenen Kommune.
Gerade bei größeren Investitionen empfiehlt sich deshalb eine individuelle Energieberatung. So lässt sich besser einschätzen, welche Heiztechnik langfristig sinnvoll ist und welche Fördermöglichkeiten genutzt werden können.
Rechtlicher Hinweis:
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